Eine Concept Map erstellen: Begriffe sinnvoll miteinander verbinden
September 24, 2026

Eine Concept Map erstellen, die dir beim Verstehen hilft
Du hast ein Kapitel gelesen und viele Stellen markiert. Einzelne Begriffe kommen dir bekannt vor, aber wenn du das Thema erklären sollst, fehlt der Zusammenhang. Eine Concept Map hilft dir, genau diesen Zusammenhang sichtbar zu machen: Welche Begriffe sind wichtig, und wie gehören sie zusammen?
Dafür musst du weder besonders gut zeichnen können noch ein kompliziertes Schema übernehmen. Entscheidend ist, dass du den Stoff auswählst, ordnest und Beziehungen verständlich formulierst. In dieser Anleitung gehst du Schritt für Schritt von deinem Ausgangsmaterial zu einer Map, die du beim Wiederholen und Erklären nutzen kannst.
Du erfährst, was eine Concept Map ausmacht, wie du sie aufbaust, wie du die Darstellung an unterschiedliche Bedürfnisse anpasst und welche Möglichkeiten ein digitaler Editor bietet.
Was ist eine Concept Map?
Eine Concept Map ist eine grafische Darstellung von Begriffen und ihren Beziehungen. Die Begriffe stehen in Knoten, die durch Linien oder Pfeile verbunden sind. Kurze Beschriftungen auf den Verbindungen erklären, was die Begriffe miteinander zu tun haben.
Aus „Photosynthese“, „benötigt“ und „Licht“ entsteht beispielsweise eine verständliche Aussage. Ohne das Verbindungswort wüsstest du nur, dass die beiden Begriffe irgendwie zusammengehören. Mit der Beschriftung wird der Zusammenhang genauer.
Häufig sind Concept Maps hierarchisch angeordnet: Ein allgemeiner Begriff steht oben, darunter folgen Unterbegriffe und Beispiele. Zusätzliche Querverbindungen können Zusammenhänge zwischen verschiedenen Ästen zeigen. Farben, Symbole und Bilder dürfen die Orientierung unterstützen, sollten die inhaltliche Struktur aber nicht ersetzen.
Die Map verdichtet dein Material. Sie enthält normalerweise keine vollständige Abschrift des Kapitels, sondern die Aussagen, die du verstehen und miteinander verbinden möchtest. Weitere Einzelheiten können in deinen Notizen oder in einem ergänzenden Text bleiben.
Warum die Arbeit an einer Map beim Lernen nützlich ist
Concept Maps wurden in den 1970er-Jahren durch Joseph Novak als Lernwerkzeug entwickelt. Ihr Nutzen liegt nicht nur im fertigen Bild. Schon beim Erstellen musst du entscheiden, was wichtig ist, welche Begriffe übergeordnet sind und welche Beziehung du tatsächlich erklären kannst.
Diese Entscheidungen machen Verständnislücken sichtbar. Wenn du zwei Knoten nur mit einem unbestimmten Pfeil verbinden kannst, weißt du vielleicht noch nicht genau, ob es um eine Ursache, ein Beispiel oder einen Gegensatz geht. An dieser Stelle lohnt sich der Blick zurück in den Ausgangstext.
Eine gute Map ist deshalb auf deine Lernaufgabe zugeschnitten. Für einen ersten Überblick brauchst du weniger Details als für die Erklärung eines komplexen Prozesses. Auch Schriftgröße, Abstände und die Menge an Text sollten zu deiner Arbeitsweise passen.
-min.webp)
Schritt für Schritt eine Concept Map erstellen
1. Lies und analysiere dein Ausgangsmaterial
Beginne mit einem überschaubaren Abschnitt aus deinem Buch, Skript oder digitalen Material. Lies ihn zunächst vollständig, damit du die Hauptaussage verstehst. Teile längere Texte anschließend in sinnvolle Abschnitte auf.
Markiere die zentralen Begriffe und unterscheide sie von Beispielen oder ergänzenden Details. Unterschiedliche Markierungsfarben können dabei helfen, sollten aber eine klare Bedeutung haben. Noch wichtiger als die Farbe ist die Frage: Brauche ich diesen Begriff, um das Thema zu erklären?
Notiere danach mögliche Beziehungen. Was gehört zu einer Gruppe? Was verursacht eine Veränderung? Was ist eine Folge oder eine Voraussetzung? Diese Notizen bilden später die Verbindungen deiner Map. Wenn du den Text lieber anhörst, kann eine Vorlesefunktion einen zusätzlichen Zugang bieten.
2. Ordne die Schlüsselbegriffe
Schreibe das Hauptthema an eine gut sichtbare Stelle, häufig oben in die Mitte. Gruppiere darunter die wichtigsten Teilbereiche. Die spezifischeren Begriffe ordnest du den passenden Bereichen zu.
Du kannst zunächst mit einzelnen Zetteln arbeiten oder die Begriffe im digitalen Editor frei platzieren. So lassen sich Knoten verschieben, bevor du dich auf eine Anordnung festlegst. Prüfe, ob die Gruppen nachvollziehbar sind und ob ein Begriff vielleicht zu mehreren Bereichen in Beziehung steht.

Verwende für die Orientierung beispielsweise eine Farbe pro Hauptast. Oder unterscheide übergeordnete und untergeordnete Begriffe durch Form und Schriftgröße. Wähle ein einfaches System und bleibe dabei. Zu viele gleichzeitig verwendete Merkmale können die Map unruhig machen.
Das folgende ursprüngliche Beispiel zeigt eine Map über den italienischen Autor Giacomo Leopardi. Der zentrale Begriff verzweigt sich unter anderem in Leben, Werke und Denken. Auch wenn du ein anderes Thema bearbeitest, lässt sich dieses Prinzip übertragen: Hauptthema, große Bereiche, konkrete Inhalte.

3. Formuliere die Beziehungen
Verbinde die Knoten nicht nur, weil sie auf derselben Buchseite stehen. Beschrifte die Pfeile so, dass eine verständliche Aussage entsteht. Geeignete Formulierungen sind zum Beispiel „besteht aus“, „setzt voraus“, „verursacht“ oder „ist ein Beispiel für“.
Beim Literaturbeispiel könnte ein Weg lauten: „Leopardi – schrieb – Zibaldone“. Bei einem naturwissenschaftlichen Thema könnte es heißen: „Temperaturanstieg – beschleunigt unter bestimmten Bedingungen – Reaktion“. Formuliere so genau, wie es der behandelte Stoff verlangt.
Lies die Wege probeweise als Sätze. Wenn sie unklar klingen, ändere das Verbindungswort oder prüfe die Anordnung. Diese Kontrolle ist wertvoller als zusätzliche Dekoration, denn sie zeigt, ob die Map das Richtige aussagt.
4. Kürze auf verständliche Schlüsselbegriffe
Die Knoten sollen dir Orientierung geben. Lange Absätze erschweren den Überblick. Nutze deshalb wenige aussagekräftige Wörter oder eine kurze Formulierung pro Knoten.
Kürze allerdings nicht so stark, dass nur noch rätselhafte Abkürzungen übrig bleiben. Du solltest den Begriff auch einige Tage später verstehen. Wenn eine Erklärung zu umfangreich wird, ergänze sie in einer Notiz oder erstelle für den Teilbereich eine eigene Map.
5. Passe die Gestaltung an und prüfe die Map
Jetzt kannst du Farben, Formen und Bilder gezielt einsetzen. Hebe wichtige Begriffe hervor, markiere zusammengehörige Bereiche und lasse genügend Abstand zwischen den Knoten. Bilder sind dann hilfreich, wenn sie etwas verdeutlichen oder einen sinnvollen Anknüpfungspunkt bieten.
Wenn du die Map für ein Referat verwendest, kann eine Nummerierung einen möglichen Erklärweg anzeigen. Für den Ausdruck solltest du Schriftgröße und Seitenaufteilung prüfen. Erkläre das Thema anschließend anhand deiner Map, ohne den Ausgangstext daneben zu lesen. Wo du ins Stocken kommst, überarbeitest du den entsprechenden Bereich.
Maps an unterschiedliche Lernbedürfnisse anpassen
Eine übersichtliche Map kann einen Zugang zu umfangreichen Texten erleichtern. Manche Lernende profitieren von weniger Text, andere von vorgelesenen Begriffen, größeren Abständen oder klaren Bildern. Es gibt jedoch keine Gestaltung, die automatisch für alle Menschen mit Lese- oder Lernschwierigkeiten passt.
Orientiere dich deshalb an der konkreten Person und Aufgabe. Eine mögliche Vorgehensweise ist, zunächst eine kleine Map zu erstellen und gemeinsam zu prüfen: Ist die Schrift gut lesbar? Sind die Verbindungen verständlich? Helfen die Bilder oder lenken sie ab?
- Begrenze die Textmenge. Verwende klare Schlüsselbegriffe und ergänze Details außerhalb der Map.
- Beschrifte Beziehungen. Ein kurzer Verbindungstext kann verständlicher sein als ein unkommentierter Pfeil.
- Setze Farben konsequent ein. Nutze dieselbe Bedeutung für denselben Bereich oder dieselbe Ebene.
- Lass Anpassungen zu. Baumstruktur, radiale Anordnung, Leserichtung und Schrift sollten zur Person passen.
Wenn eine Map im Rahmen eines Nachteilsausgleichs oder als Hilfsmittel in einer Prüfung verwendet werden soll, sind die konkreten Vorgaben der Schule oder Hochschule maßgeblich. Kläre die Zulässigkeit mit den zuständigen Personen. Eine hilfreiche Lernmethode ist nicht automatisch ein erlaubtes Prüfungsmittel.
Concept Maps im gemeinsamen Unterricht
Maps können auch im Unterricht unterschiedliche Zugänge zum selben Thema verbinden. Eine Gruppe sammelt Begriffe, eine andere erklärt die Beziehungen, und gemeinsam prüft ihr die Struktur. So wird sichtbar, an welchen Stellen die Vorstellungen voneinander abweichen.
Digitale Maps lassen sich auf verschiedenen Geräten öffnen und um zusätzliche Materialien ergänzen. Fotos, Audio oder Videos können einen Sachverhalt anschaulich machen. Wichtig bleibt, dass die Darstellung übersichtlich ist und alle Beteiligten die zentralen Aussagen nachvollziehen können.

Concept Maps online mit Algor erstellen
Mit einem digitalen Editor kannst du Knoten schnell verschieben und ergänzen, ohne die gesamte Map neu zu zeichnen. Algor Education verbindet diese Bearbeitung mit KI-Unterstützung und weiteren Lernwerkzeugen.
- Aus Material starten: Verwende beispielsweise ein PDF, ein Dokument, ein Foto, eingefügten Text oder einen Link. Du kannst eine einzelne Map oder ein vollständiges Set erstellen.
- Selbst bearbeiten: Ergänze, verschiebe, benenne oder entferne Knoten und Verbindungen im Editor. Du kannst auch auf einer leeren Fläche beginnen.
- Mit KI überarbeiten: Beschreibe eine gewünschte Änderung, etwa einen zusätzlichen Ast oder eine kürzere Darstellung, und kontrolliere das Ergebnis.
- Gestalten: Passe Layout, Farben und Schrift an und ergänze bei Bedarf Bilder, Audio oder Videos.
- Gemeinsam arbeiten: Teile das Material mit passenden Rechten. Personen mit Bearbeitungsrechten können mit dir in Echtzeit daran arbeiten.
- Wiederfinden und weiterverwenden: Organisiere dein Material, nutze die Vorlesefunktion und drucke oder exportiere die benötigten Werkzeuge.
Im Set bleibt die Map neben Texten und weiteren Materialien verfügbar. Lernkarten und Tests helfen dir anschließend zu prüfen, ob du die Inhalte auch ohne Blick auf die Darstellung abrufen kannst. Die offizielle Anleitung zu Sets zeigt die aktuellen Bearbeitungs-, Lese- und Exportfunktionen.
KI kann dir einen ersten Entwurf abnehmen. Den entscheidenden Lernschritt solltest du trotzdem selbst machen: Begriffe prüfen, Beziehungen erklären und die Map so überarbeiten, dass sie zu deinem Material passt. Beginne mit einem Kapitel und teste danach, ob du es mit deiner Map klarer erklären kannst.
Passende Anleitungen zum Weiterlesen
Faq

